Glossar

Begriffsdefinitionen und -erklärungen

Die Beschreibung der Begriffe und die ergänzenden Erläuterungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen in der Überzeugung von ihrer Richtig­keit zum Zeit­punkt der Veröf­fentlichung geschrieben. Eine gesetzliche Haftung und Verantwor­tung ist aus­drücklich ausgeschlossen.

Abdich­tung

Flächige, wasser­dichte Schicht aus Ab­dichtungs­bau­stof­fen zum Schutz gegen Was­ser, ins­beson­dere Ober­flä­chen­was­ser.

In Verbindung mit Guss­as­phalt werden nach DIN 18195-5 über­wie­gend polymer­modifizierte Bitu­men-Schweiß­bahnen für Abdichtungen gegen nicht drückendes Wasser eingesetzt – oft auch in Kombination mit Flüssig­kunst­stof­fen, z.B. an aufgehenden Bauteilen, Einbauten und Durch­dringungen.

Additive

Zusätze zu Bausstof­fen oder Baustoffgemischen um gezielte Eigenschaften zu erzeugen oder zu verstärken.

Mit Zusätzen zu Bitu­men oder Asphalt wird z.B. die Verarbeitbarkeit bei niedrigeren Temperaturen oder der Wider­stand gegen Ver­formung verbessert.

Aerosol

Gemisch aus Luft, Dampf und sehr feinen Tröpfchen.

Bei der Heißverarbeitung von Asphalt und Bitu­men entstehen Aerosole, die aber die Gesundheit der Verarbeiter nicht gefährden. Im ausgekühlten Zustand gehen von Asphalt und Bitu­men keine Aerosole aus.

As­phalt

Natürlich vorkommendes oder technisch hergestelltes Gemisch aus Gesteins­körnung (Splitt, Sand, Gesteinsmehl) und Bitu­men als Bindemittel.

Im Verkehrswegebau werden unterschiedliche Asphaltarten eingesetzt; auf hochbelasteten Straßen auch Guss­as­phalt als Deckschicht und im Brückenbau als Dichtungsschicht. Im Hochbau wird Guss­as­phalt für Estriche und als Teil von Bauwerksabdichtungen eingesetzt.

As­phalt­mastix

Dichte, in heißem Zustand gieß­fähige Masse aus feiner Gesteins­körnung (Sand), Füller (Stei­nmehl) und Bitu­men als Bindemittel.

Asphaltmastix wurde früher als Dichtungsschicht in Verbindung mit Guss­as­phalt als Abdichtung eingesetzt. Da Asphaltmastix auf Betonunterlagen nicht im Verbund eingebaut werden kann, wird Asphalt­mastix heute überwiegend durch Bitu­men-Schweißbahnen ersetzt.

Be­ständig­keit

Eigenschaft eines Stoffes bei chemischer Beanspruchung beständig zu sein (siehe auch Verformungs­be­stän­dig­keit).

Guss­as­phalt ist beständig gegenüber vielen Medien (siehe Tabellen in den Technischen Informationen Heft 48 „Guss­asphalt in Anlagen zum Um­gang mit wasser­gefährdenden Stof­fen“).

Belegreife

Zustand, den hydraulisch gebundene Estriche erreichen müssen, ehe sie mit Bodenbelägen belegt werden können.

Guss­as­phaltestriche erfordern keine Belegreife; sie können nach dem Abkühlen auf Umgebungstemperatur, d.h. nach zwei bis vier Stunden, begangen und mit Bodenbelägen belegt werden.

Beschichtung

Behandlung einer Oberfläche mit einem Kunstharzsystem, z.B. zur farblichen Gestaltung oder zur Verbesserung des Wider­stands gegen aggressive Medien.

Auf Guss­as­phalt eignen sich in erster Linie Harzsysteme auf Basis Polyurethan (PUR) oder Polymethylmethacrylat (PMMD).

Biege­zug­festig­keit

Maximale Spannung (Be­las­tung) bei der ein auf zwei Stützen ge­lager­tes Bau­teil noch nicht bricht.

Die Bie­ge­zug­festig­keit von Guss­asphalt ist ab­hängig von der Här­te des Guss­asphalts, der Prüftemperatur und der Belastungsgeschwindig­keit. Ein AS IC 10 oder IC 15 hat bei 20 °C und einer Vorschubgeschwindig­keit von 50 mm/min eine Biegezug­festig­keit zwischen 8 und 15 N/mm². Für Guss­asphalt im Freien liegen die Werte zwischen 4 und 6 N/mm².

Bitu­men

Bei der Aufarbeitung geeigneter Erdöle gewonnene schwerflüchtige, dunkelfarbige Gemische verschiedener organischer Substanzen, deren Viskosi­tät sich mit der Temperatur verändert.

Bitumenbahn

Bahnenförmiger Baustoff, bei dem unter und über einem Träger, z.B. aus Glas-oder Polyestervlies, mit Füller (Steinmehl) angereicherte Bitu­menschichten aufgetragen sind.

Polymer­bitu­men-Schweißbahnen mit hoch liegender Trägerlage oder metallkaschierte Bitu­men-Schweißbahnen werden u.a. bei der Ausführung von Abdichtungen in Verbindung mit Guss­as­phalt verwendet.

Brand­ver­hal­ten

Guss­as­phalt entspricht der Baustoffklasse B 1 – schwer entflammbar nach DIN 4102-4.

Ein Gutachten auf Basis von Brandversuchen belegt, dass dem Einsatz von Guss­as­phalt in Gebäuden besonderer Nutzung, wie Versammlungsstätten, Hochhäusern, Tiefgaragen, Parkdecks usw., brandschutztechnisch keine Bedenken entgegen stehen.

CEN

Europäisches Komitee für Normung.

Alle Produktnormen wurden auf Europäischer Ebene harmonisiert, um Handels­hemmnisse zwischen den Europäischen Staaten abzubauen. Die Europäischen Produktnormen (EN) werden in Deutschland in nationales Recht übertragen, z.B. als DIN EN oder für Verkehrsflächenbefestigungen als Technische Lieferbedingungen (TL).

Dach­be­grü­nung

Eine besondere Art der Dachflächennutzung mit Bepflanzungen, die je nach der Begrünung in extensiv (anspruchsloser, pflegearmer Bewuchs) oder intensiv (anspruchsvoller Bewuchs) unterschieden wird.

Abdichtungen in Verbindung mit Guss­as­phalt haben ein Prüfzeugnis der FLL (siehe unter FLL) als wurzelfeste Abdichtungen unter Dachbegrünungen.

Destil­lation

Trennung flüssiger Stoffe durch Ver­dampfung und anschließender Wieder­verflüssigung. Auf diesem Prinzip beruht die großtechnische Herstellung von Kraftsstof­fen, Ölen und Bitu­men.

Destil­lations­bitu­men

Bei der Destillation von Erdölen, unter Anwendung eines Vakuums, verbleibendes weiches bis mittelhartes Produkt.

Für Guss­as­phaltschichten im Freien, d.h. bei Beanspruchung auch durch tiefe Temperaturen oder in Kühlhäusern, finden mittelharte Destillations­bitu­men Anwendung. Für Guss­as­phaltestriche in Gebäuden werden überwiegend Hart­bitu­men und Hochvakuum­bitu­men eingesetzt.

Dich­tungs­schicht

Teil einer mehrlagigen Abdichtung.

Abdichtungen in Verbindung mit Guss­as­phalt nach DIN 18195-5 oder ZTV-ING, Teil 7, Ab­schnitt 1 bestehen aus einer Dichtungs­schicht und einer Schicht aus Guss­as­phalt. Als Dichtungs­schicht können nach DIN 18195-5 Bitumen-Schweiß­bahnen, Asphalt­mastix oder Kupfer­riffel­band eingesetzt werden. Bei Brücken­abdichtungen nach ZTV-ING können auch Flüssig­kunststoffe und auf Stahl­brücken spezielle Systeme einzelner Firmen einsetzt werden. Bei Brücken­abdichtungen heißt die Guss­asphalt­schicht als Bestandshy;teil der Abdichtung Schutzschicht.

Dicht­schicht

Stoffundurchlässige Schicht, die in Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stof­fen meist als sekundäre Barriere eingesetzt wird, um eine schädliche Veränderung von Boden und Grundwasser durch wassergefährdende Stoffe zu verhindern.

Guss­as­phalt ist hohlraumfrei und flüssig­keitsundurchlässig und daher als Dichtschicht besonder geeignet, da Guss­as­phalt auch auf großen Flächen fugenlos hergestellt werden kann.

Dif­fusions­wider­stand

Wider­stand eines Baustoffs gegen das Durch­dringen von Feuchtig­keit infolge unterschiedlicher Luftfeuchtegehalte und damit Dampf­druck auf beiden Seiten des Bauteils. Der Wider­stand wird ausgedrückt durch die äquivalente Luftschicht­dicke, die ein Durchwandern verhindern würde.

Die äquivalente Luftschichtdicke eines 30 mm dicken Guss­as­phaltestrichs beträgt 1.500 m. Guss­as­phalt ist damit praktisch dampfdicht.

DIN

Deutsches Institut für Normung e.V.

DIN-Normen werden in pari­tätisch besetzten Gremien des DIN erarbeitet. Diese beschreiben den anerkannten Stand der Technik.

Druck­festig­keit

Maximale Spannung, d.h. Belastung, bei der ein Bauteil noch nicht bricht.

Bei Guss­as­phalt als viskoelastischem Baustoff ist die Prüfung einer Druckfestig­keit in den Normen nicht vorgesehen. Die Druck­belastbarkeit von Guss­as­phalt ist abhängig von der Temperatur und der Härte des Guss­as­phalts. Für Estrich AS IC 10 wird in der Literatur 1,0 N/mm² angegeben; für Guss­as­phalte im Freien etwa 0,5 N/mm².

Druck­festig­keit

Maximale Spannung, d.h. Belastung, bei der ein Bauteil noch nicht bricht.

Bei Guss­as­phalt als viskoelastischem Baustoff ist die Prüfung einer Druckfestig­keit in den Normen nicht vorgesehen. Die Druck­belastbarkeit von Guss­as­phalt ist abhängig von der Temperatur und der Härte des Guss­as­phalts. Für Estrich AS IC 10 wird in der Literatur 1,0 N/mm² angegeben; für Guss­as­phalte im Freien etwa 0,5 N/mm².

Ein­dring­tiefe

Eindring­maß eines zylindrischen Stempels in einen Guss­as­phaltprobekörper bei vorgegebener Temperatur und Belastung als Prüf­wert für die Belastbar­keit von Guss­as­phalt. Der Prüfwert wird in 1/10 mm angegeben.

Estrichmassen der Härte IC 10 und IC 15 werden bei 40 °C unter einer Belastung von 5,25 N/mm² geprüft; Estrichmassen für den Einsatz im Freien unter einer Belastung von 1,05 N/mm².

Elektri­scher Wider­stand

Wider­stand gegen die Ableitung elektrischer Spannungen.

Der Elektrische Wider­stand „r“ von Guss­as­phalt liegt bei 1010 bis 1012 Ώ; er kann durch den Zusatz von Graphit oder Koksgrus auf etwa 106 Ώ reduziert werden. Zur er­folgrei­chen Ableitung ist es in aller Regel erforderlich, unter der Guss­as­phaltschicht zusätzlich metallische Gitter oder Leitungen zu ver­legen und diese an Erde anzuschließen.

Emission

Abgabe von Schadstof­fen (z.B. Abgase, Rauch, Ruß) an die Umwelt.

Emulsion

Dispersion einer Flüssig­keit in einer anderen Flüssig­keit, mit der sie nicht mischbar ist. Bei Bitu­men­emulsio­nen besteht die dispergierte Phase aus Bitu­men.

Bitu­menemulsionen werden u.a. eingesetzt zur Verbesserung des Haft­verbunds zwischen zwei Asphaltschichten. Unter Guss­as­phaltschichten ist ein Ansprühen der Unter­lage in aller Regel nicht erforderlich.

Estrich

Auf einem festen Untergrund oder einer Trenn- oder Dämmschicht hergestelltes Bauteil, welches mittelbar nutzfähig ist oder mit einem Belag versehen werden kann.

Guss­as­phaltestriche werden als Industrieestriche überwiegend direkt genutzt. Im Geschäfts-und Wohnungsbau werden sie in aller Regel mit Dämmschichten für Tritt­schall- oder Wärmedämmung kombiniert. Sie werden entweder mit Bodenbelägen versehen oder als geschliffene Estriche auch direkt genutzt.

FGSV

Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V.

In der FGSV werden alle Regelwerke für Verkehrs­flächen­befestigungen von Vertretern der Straßenbau­verwaltungen, der Bau- und Baustoffindustrie sowie der Wissenschaft erarbeitet und veröffentlicht.

FLL

Forschungs­gesellschaft Landschaftsbau Landschaftsentwicklung e.V.

Die FLL beschreibt u.a. Prüfver­fah­ren zur Bestim­mung der Durch­wurzelungsbe­stän­dig­keit von Abdichtungen und veröffentlicht Richt­linien z.B. für „Planung, Aus­führung und Pflege von Dachbegrünungen“.

Flüssig­kunst­stoff

Ein- oder zwei­komponentige Harz­systeme, die überwiegend in der Abdichtungs­technik eingesetzt werden.

In der Bauwerksabdichtung werden Flüssig­kunststoffe insbesondere an aufgehenden Bauteilen und an Stellen eingesetzt, die schwer zugänglich sind sowie an Bauteilen mit komplizierten Formen, z.B. bei Durch­dringungen und an Einbauten.

Fuge

Im Bauwesen ein gewollter oder toleranz­bedingter Spalt oder Zwischenraum zwischen zwei Bauteilen oder Materialien. Arbeits­fugen sind arbeitsbedingte Trennflächen zwischen Bauwerken oder Bauteilen. Bewegungsfuge, Dehnfuge oder Dilatations­fuge ist eine Fuge zur Unter­brechung von Bauteilen, um Spannungsrissen vorzubeugen. DIN 18195-8 „Bauwerksabdichtungen – Abdichtungen über Bewegungsfugen“ unter­scheidet noch nach Fugentyp I für langsam ablaufende und einmalige oder selten wiederholte Bewegungen und Fugentyp II für schnell ablaufende oder häufig wiederholte Bewegungen.

Bei Fugen in der Unterlage ist zu prüfen, ob sie in Estrichen übernommen werden müssen. Randfugen müssen in Guss­as­phaltestrichen nur ausgebildet werden, wenn Fliesen oder Parkett als Bodenbeläge vorgesehen sind. Abdichtungen müssen Bewegungsfugen wasserdicht überbrücken. Lösungen sind in DIN 18195-8 beschrieben.

Gefahr­stoff

Stoff, der die Gesundheit von Mensch und Tier gefährdet. Gefahrstoffe sind kenn­zeichnungspflichtig.

Asphalt, Guss­as­phalt und Bitu­men sind keine Gefahrstoffe und kennzeichnungsfrei.

Gesteins­kör­nung

Körniges Material für die Verwendung im Bauwesen, das natürlich gewonnen oder industriell hergestellt sein kann.

Griffig­keit

Zustand einer Verkehrsfläche zur Sicherung der Verkehrssicherheit oder der Befahrbarkeit insbesondere bei Nässe (siehe auch Rutschhem­mung).

Zur Sicherung einer guten Anfangsgriffig­keit werden die Oberflächen von Guss­as­phaltdeckschichten auf Verkehrsflächen mit Gesteinskörnung aufgeraut.

Grun­die­rung

Vorbehandlung einer Beton­oberfläche mit einem lösemittelfreien Epoxidharz einschließlich einer Absandung zum weit­gehenden Verschluss der Poren (siehe auch Versiegelung und Kratz­spachtelung).

Guss­as­phalt

Dichte, in heißem Zustand gieß-und streichbare Masse aus Gesteinskörnungen und Bitu­men, deren Gesteinskörnungsgemisch hohlraumarm zusammengesetzt ist.

Guss­as­phalt wird für Anwendungen im Hoch-und Industriebau in unterschiedlichen Härteklassen nach DIN EN 13813 hergestellt. Für Verkehrsflächen werden die Anforderungen in den „Technischen Lieferbedingungen für Asphalt­mischgut für den Bau von Verkehrsflächen­befestigungen“ (TL Asphalt-StB) beschrieben.

Hart­bitu­men

Bitu­men für industrielle Anwendungen, das bei Umgebungstemperatur charakteristische harte und spröde Eigenschaften besitzt.

Für Guss­as­phaltestriche werden überwiegend Hart­bitu­men und Hochvakuum­bitu­men eingesetzt.

Härte­klasse

Klassifizierung der Härte von Guss­as­phalt-Estrichmassen nach DIN EN 13813.

Die Norm unterscheidet in die Härteklassen IC 10, IC H 10, IC 15, IC 40 und IC 100. Je nach Einsatzgebiet, z.B. in beheizten oder unbeheizten Räumen, im Freien oder in Kühlhäusern werden die zweckmäßigen Härteklassen in DIN 18560 vorgeschrieben bzw. empfohlen.

Hoch­vakuum­bitu­men

Unter Anwendung eines erhöhten Vakuums hergestelltes hartes bis sprödes Destillations­bitu­men.

Für Guss­as­phaltestriche werden überwiegend Hart­bitu­men und Hochvakuum­bitu­men eingesetzt.

Kratz­spachte­lung

Vorbehandlung einer Betonoberfläche mit lösemittelfreiem Epoxidharz, das mit Sand gemischt wird und Unebenheiten in der Betonoberfläche bis 5 mm Tiefe verschließt.

Vor dem Einbau einer Abdichtung müssen Unebenheiten zwischen 1,5 und 5 mm in der Betonunterlage mit einer Kratz­spachtelung verschlossen werden.

Nach­haltig­keit

Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabili­tät und der natürlichen Regenerationsfähig­keit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht. (Wikipedia)

Im Bauwesen steht „Nachhaltig­keit“ für die umfassende Bewertung von Gebäuden und die Quali­tätssicherung der Bauleistung. Neben technischen Anforderungen müssen Energiee­insparungen und Nutzerverhalten in der Planung berücksichtigt werden. Guss­as­phalt kann mit seinen Eigenschaften, z.B. für die Wärme-und Tritt­schalldämmung sowie seiner Wiederverwertbarkeit, einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Bauen leisten.

Oxi­dations­bitu­men

Bitu­men, dessen rheologische Eigenschaften durch Reaktion mit Luft, bzw. Luftsauerstoff, modifiziert wurden.

Oxidations­bitu­men werden z.B. eingesetzt für die Herstellung von Bitu­menbahnen und Bitu­men-Schweißbahnen sowie für die Herstellung von Fugen-und Klebemassen.

PAK

Abkürzung für Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe; englisch: PAH (Polycyclic Aromatic Hydrocarbons).

Plastizi­täts­spanne

Temperaturbereich eines Baustoffes, in dem er weder wegen tiefer noch hoher Temperaturen geschädigt wird.

Die Plastizi­täts­spanne ist wichtig für Anwendungen im Freien, z.B. bei Abdichtungen, weil sie sowohl tiefen als auch hohen Temperaturen ausgesetzt sind.

PmB

Abkürzung für Polymermodifizierte Bitu­men. Bitu­men, die mit einem oder mehreren organischen Polymeren modifiziert sind. Sie haben in aller Regel eine größere Plastizi­täts­spanne als Destillations­bitu­men.

Für Brückenbeläge, insbesondere auf Stahlbrücken, werden überwiegend Guss­as­phaltmassen mit polymermodifizierten Bitu­men eingesetzt.

Rau­tiefe

Quotient aus dem Volumen der Vertiefungen in einer Oberfläche und der zugehörigen Oberfläche.

Die Rautiefe beeinflusst die Griffig­keit einer Fläche insbesondere bei Nässe. Bei Untergründen, auf die eine Abdichtung aufgebracht werden soll, darf die Rautiefe nicht größer als 1,5 mm sein. Bei größeren Rautiefen sind diese, z.B. durch eine Kratz­spachtelung, zu schließen.

Re­laxata­tion

Eigenschaft eines Bau­stoffs oder Bauteils Spannungen durch Formänderung rissfrei abzubauen.

Guss­as­phaltschichten können Spannungen, z.B. infolge von Temperaturunterschieden oder bei langsam ablaufenden Setzungen der Unter­lage durch Formänderung abbauen ohne zu reißen.

Rutsch­hem­mung

Maß für die Begehbarkeit von Estrichen und Boden­belägen zur Vermeidung von Unfällen (siehe auch Ver­drängungsraum).

Mit Guss­as­phalt können in Abhängig­keit von der Abstreuung der Oberfläche mit Gesteinskörnung alle Anforderungen der Berufs­genossenschaft an die Rutschhem­mung erfüllt werden (R-Klassen geben an, bis zu welcher Neigung man auf dem Boden noch sicher gehen kann, z.B. R 12 ent­spricht einer Neigung von mehr als 27° bis 35°)

Schall­ab­sorption

Verminderung der Ausbreitung von Schallenergie.

Guss­as­phaltestriche zeichnen sich durch eine große innere Dämpfung und ein Tritt­schall­verbes­serungsmaß von 12 bis 14 d(B) aus und eignen sich daher hervorragend zur Trittschall­verminderung insbesondere in Kombination mit Tritt­schalldämmplatten.

Schweiß­ver­fah­ren

Ver­fah­renstechnik für Schweißbahnen, bei der die Klebemasse durch Wärmeeinwirkung angeschmolzen und die Bahnen dadurch mit dem Untergrund verbunden werden.

Bitu­men-Schweißbahnen ermöglichen die Herstellung von Abdichtungen im Verbund mit der Unterlage und vermeiden so eine Unterläufig­keit der Abdichtung.

Tau­salzbe­stän­dig­keit

Eigenschaft eines Baustoffs, durch Tausalz nicht geschädigt zu werden.

Guss­as­phalt ist tausalzbeständig und wird daher auf Verkehrsflächen gern eingesetzt.

Teer

Durch thermische Zersetzung (Pyrolyse) aus Holz, Braunkohle oder Steinkohle gewonnene flüssige bis halbfeste Erzeugnisse. Teerprodukte dürfen wegen ihrer Schadstoffanteile in Deutschland nicht als Baustoffe verwendet werden. (Der umgangssprachliche Begriff „Teer“ wurde in der deutschen Normung durch den Begriff „Pech“ ersetzt)

In Guss­as­phalt wurde nie Teer/Pech als Bindemittel eingesetzt, d.h. auch alte Guss­as­phaltestriche und Beläge enthalten keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe.

Ther­moplasti­zi­tät

Von der Temperatur abhängige plastische Verformbarkeit von Asphalt und Bitu­men. Bei Abkühlung werden Asphalt und Bitu­men zunehmend härter und allmählich spröde, bei Erwärmung weicher bis zähflüssig.

Guss­as­phalt ist eine zähflüssige Masse, die bei Erhitzung verarbeitbar wird und im Gebrauchszustand wider­standsfähig und belastbar.

Ther­movisko­si­tät

Temperaturbedingte Veränderung des Verformungs­verhaltens von Asphalt und Bitu­men.

Bei kurzen Belastungszeiten oder tiefen Temperaturen verhält sich Guss­as­phalt elastisch; bei langen Belastungszeiten und höheren Temperaturen verhält sich Guss­as­phalt zunehmend plastisch.

Un­durch­läs­sig­keit

Eigenschaft eines Stoffes oder Bauteils bei Beaufschlagung mit Medien, z.B. Gas, Luft, Wasser, undurchlässig zu sein. Guss­as­phaltschichten sind gas-, luft-und flüssig­keitsundurchlässig.

Bestimmte Medien, z.B. Kraftstoffe, Lösemittel und Öle, können Bitu­men anlösen und in Guss­as­phaltschichten eindringen. Bei den üblichen Dicken der Guss­as­phaltschichten von 30 bis 35 mm durch­dringen diese Stoffe die Guss­as­phaltschicht in aller jedoch Regel nicht. Guss­as­phalt eignet sich daher als Dichtschicht in Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stof­fen.

Ver­dichtung

Mechanische Ver­fah­ren zur Verbesserung der Lagerungsdichte von ungebundenen oder gebundenen Stoffgemischen.

Guss­as­phalt als hohlraumfreies Gemisch bedarf beim Einbau keiner Ver­dichtung. Guss­as­phaltschichten sind nach dem Einbau und der Abkühlung auf Umgebungstemperatur nutz-und belastbar.

Ver­dräng­ungs­raum

Maß für die Eigenschaft der Oberfläche eines Estrichs oder Bodenbelags, auf den Boden fallende Stoffe, z.B. Fette und Lebensmittel, in Rautiefen aufzunehmen, so dass die Begehbarkeit gefahrlos gewährleistet ist.

Guss­as­phaltestriche, die mit Gesteinskörnung 1/3 oder 2/5 mm aufgeraut werden, bieten den von den Berufsgenossenschaften in unterschiedlichen Betrieben geforderten Ver­drängungsraum (V-Klassen geben an, wie viel cm³ Masse in 1 dm² der Oberfläche aufgenommen werden kann, z.B. V 10 entspricht 10 cm³/dm².

Ver­form­ungsbe­stän­dig­keit

Eigenschaft eines Stof­fes oder Bauteils, sich unter mechanischer Belastung nicht zu verformen.

Die Verformungsbe­stän­dig­keit von Guss­as­phaltschichten hängt ab von der Härte des Guss­as­phalts, der Temperatur, der Belastungs­zeit und der Größe des Flächendrucks (siehe auch Druckfestig­keit).

Ver­siege­lung

Zweilagige Vorbehandlung einer Betonoberfläche mit einem lösemittelfreien Epoxidharzsystem zum Verschluss von Poren in der Betonoberfläche (siehe auch Grundierung und Kratz­spachtelung).

Viskosi­tät

Maß für die Zähflüssig­keit von Stof­fen.

Die Viskosi­tät von Bitu­men und Asphalt ist abhängig von der Temperatur; sie nimmt mit steigender Temperatur ab und mit sinkender Temperatur zu.

Wärme­leit­fähig­keit

Eigenschaft eines Baustoffs Wärme abzuleiten. Maß für diese Eigenschaft ist die Wärmeleitzahl.

Die Wärmeleitzahl von Guss­as­phalt liegt mit 0,7 W/mK deutlich niedriger als die von Beton (λ = 2,1 W/mK). Guss­as­phaltestriche tragen damit mehr zur Wärmedämmung von Estrichkonstruktionen bei.

Was­ser­ge­fähr­dung

Stoffe, die die Wasserbeschaffenheit dauernd oder in einem nicht nur unerheblichen Ausmaß nachteilig verändern können, werden als wassergefährdende Stoffe in drei Wasserge­fähr­dungsklassen eingeteilt.

Bitu­men, Asphalt und Guss­as­phalt sind keine wassergefährdenden Stoffe.

Wieder­ver­wertung

Der Begriff Verwertung beschreibt die Forderung des Kreislaufwirtschatfs- und Abfallgesetztes, Stoffe, wie z.B. ausgebauten Asphalt (Ausbauasphalt) dem Stoffkreislauf zurückzuführen.

In Asphaltmischanlagen wird Ausbauasphalt heute zu über 80% wiederverwendet und höherwertig wieder eingesetzt.

Wurzel­fes­tig­keit

Eigenschaft von Bausstof­fen beständig gegen das Durch­dringen von Wurzeln zu sein.

Abdichtungen unter begrünten Flächen müssen wurzelfest sein. Ein Prüf­zeugnis der FLL (siehe FLL) bescheinigt, dass Guss­as­phalt als Bestand­teil von Abdichtungen wurzelfest ist.

Zug­festig­keit

Eigenschaft eines Stoffes oder Bauteils Zugspannungen rissfrei aufzunehmen.

Das zähelastische Bindemittel Bitu­men verleiht Guss­as­phalt eine größere Zugfestig­keit als vergleichbaren Estrichmassen. Bei -5 bis -10 °C zeigen Guss­as­phaltestrichmassen eine Zugfestig­keit von 4 bis 5 N/mm². Die Zugfestig­keit liegt damit höher als die Druckbelastbarkeit. Bei hydraulisch abbindenden Estrichmassen ist es umgekehrt.